Bischof von Augsburg (4. Juli)
Ulrich war ein Zeitgenosse und enger Glaubensfreund des hl. Wolfgang von Regensburg. Beide lebten im 10. Jahrhundert, mithin zu einer Zeit, als in der Kirche Christi vieles im Argen lag (sog. saeculum obscurum): Teile des Klerus waren zu sehr mit weltlichen Dingen beschäftigt, Simonie (Ämterkauf) herrschte weithin vor, der Zölibat lag danieder, die religiösen Vorstellungen im Volk waren stark von heidnischem Teufels- und Aberglauben durchdrungen, die Ungarneinfälle hatten viele Gotteshäuser zerstört. ULrich wie Wolfgang aber waren von Gott dazu berufen worden, durch ihr Vorbild im Glauben und ihre pastorale Tatkraft am Aufbau und der geistlichen Erneuerung der süddeutschen Kirche mitzuwirken.
Als Sohn aus alemannischem Adelsgeschlecht 890 in Augsburg geboren, verbrachte Ulrich seine Jugend (etwa von 900-908) in einem Benediktinerkloster in St. Gallen (CH). Der benediktinische Grundsatz des Betens und Arbeitens (ora et labora) prägte die Spiritualität Ulrichs ein Leben lang. Er war ein unkomplizierter, einfacher Mensch, streng zu sich selbst, aber fürsorglich und freigiebig zu den Armen und Kranken, rastlos tätig im Dienst für Kirche und Krone. Bereits mit 33 Jahren |
wurde Ulrich zum Bischof geweiht (923). Ein halbes Jahrhundert lang sollte die Kirche von Augsburg unter dem Episkopat Ulrichs im Glauben wachsen und gedeihen können, bis ihn der Herr über Leben und Tod am 4. Juli 973 zu sich rief.
Historische Verdienste erwarb sich Ulrich freilich im Jahre 955, als die anstürmenden Ungarn Augsburg zu erobern drohten. Als Bischof und Reichsfürst sorgte Ulrich unter Einsatz seines Lebens für die erfolgreiche Verteidigung seiner Vaterstadt, bis schließlich am Laurentiustag (10. August 955) Otto d.Gr. den heidnischen Feind in der bedeutsamen "Schlacht auf dem Lechfeld" besiegen konnte. In den Jahren danach ließ sich Ulrich von seinen weltlichen Verpflichtungen, die ihm Otto d.Gr. anvertraut hatte, entbinden, um sich nur mehr den geistlichen Belangen seines Bistums widmen zu können: Die Hebung der theologischen Bildung des Klerus lag ihm ebenso am Herzen wie die sittliche und spirituelle Verinnerlichung des christlichen Glaubens beim Gottesvolk. Unermüdlich war er bestrebt, das seinem Episkopat anvertraute Volk durch regelmäßige Visitationen und Synoden im Glauben zu stärken und zu fördern.
Text Hl. Ulrich: Christian Wagner, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
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